Gelungene Inklusion braucht mehr personelle Kapazitäten

Veröffentlicht am 28.06.2012 in Kommunalpolitik

Auf Einladung der SPD-Gemeinderatsfraktion, der Jungsozialistinnen und Jungsozialisten und des Netzwerks „Selbst aktiv“ diskutierten am vergangenen Samstag im Ratssaal des Stadthauses Bildungsbürgermeisterin Dr. Ulrike Freundlieb, der Leiter des Fachbereichs Soziale Sicherung, Arbeitshilfen und Senioren Hermann Genz, die Rektorin der Förderschule Rheinau Margarete Eisinger-Niedworok und Monika Walz-Kurz, Rektorin der Waldhofschule mit Experten und Betroffenen über Anspruch und Realität von Inklusion an Schulen.

Unter der Gesprächsleitung von Imke Buß, stellvertretende Vorsitzende der Jusos Mannheim, wurde schnell deutlich: Ob Inklusion richtig sei, müsse nicht diskutiert werden. Alle Anwesenden waren sich einig darin, dass eine inklusive Beschulung der richtige bildungspolitische Weg sei. Politik und Stadtverwaltung in Mannheim wollen die Inklusion und unterstützen das Elternwahlrecht, aber es gibt noch zahlreiche offene Baustellen und Verbesserungsbedarf.

Die Forderungen der Podiumsteilnehmerinnen und Podiumsteilnehmer richteten sich zunächst vor allem an das Land. Schließlich krankte der von der alten schwarz-gelben Landesregierung beschlossene Modellversuch in fünf Regionen des Landes von Anfang an daran, dass die Schulen keine zusätzlichen Deputate für die Umsetzung der Inklusion erhielten. Stattdessen galt die Regelung: die Sonderschulen statten die aufnehmenden Regelschulen mit Lehrkräften aus. Diese fehlen aber dann an den abgebenden Schulen. „Die Doppelbesetzung bei Lehrerinnen und Lehrern ist das A und O für eine gelingende Inklusion, um Teamteaching in jeder Klasse realisieren zu können“, zeigten sich die beiden Schulleiterinnen auf dem Podium überzeugt. Mehr Fortbildungen und ein intensiver Austausch zwischen Lehrerinnen und Lehrern seien ebenfalls dringend notwendig. „Sowohl Regelschulen als auch Sonderschulen können voneinander profitieren“ waren sich die beiden Schulleiterinnen einig. Allerdings benötigten die Schulen hierfür Zeit und eine angemessene Personalausstattung.

Auch Bürgermeisterin Dr. Freundlieb erwartet mehr finanzielles Engagement vom Land. Je mehr das Interesse der Eltern an inklusiver Beschulung steige, umso größere Kosten kämen auf die Kommune zu, wenn das Land keinen Ausgleich schaffe. Dies gelte für die Barrierefreiheit und Ausstattung der Schulen im Hinblick auf die Bedürfnisse von Schülerinnen und Schülern mit Handicaps, die Nachmittagsbetreuung, die Schülerbeförderung oder die notwendigen Assistenzleistungen, die über die Eingliederungshilfe finanziert würden. Beim Stichwort Eingliederungshilfe war dann auch der Leiter des Fachbereichs Soziale Sicherung Hermann Genz gefragt. Die Kosten für die Eingliederungshilfe würden in Zukunft nicht nur in Sachen Inklusion, sondern auch wegen einer alternden Bevölkerung, die auf Alltagshilfen angewiesen ist, rapide steigen. Deshalb müsse sich der Bund hier viel stärker beteiligen.

Veränderungsbedarf sahen alle Diskutantinnen und Diskutanten beim Einsatz der vorhandenen Ressourcen. Man war sich einig, dass man in der Stadt vorhandenes Wissen in den verschiedenen Einrichtungen noch besser nutzen und bündeln sollte. Eine zentrale Forderung ist die standardmäßige Bereitstellung von Hilfsdiensten (Pädagogische Assistenz und Schulbegleiter) für alle inklusiven Schulen, um flexibel auf Bedürfnisse von Schülerinnen und Schülern zu reagieren. „„Wichtig ist ebenfalls, qualifizierte Schulbegleiterinnen und Schulbegleiter in guten Beschäftigungsverhältnissen einzusetzen“, wie Stadträtin Marianne Bade, die Initiatorin der Veranstaltung betonte.

SPD und Jusos werden das Thema Inklusion in Mannheim intensiv weiter verfolgen. Für die Zeit nach den Sommerferien ist bereits eine neue Veranstaltung geplant.

 

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