Jusos stemmen sich gegen Alkoholverbot

Veröffentlicht am 05.05.2016 in Pressemitteilungen

Der Kreisverband der Jusos Mannheim kritisiert die Aussage von Sicherheitsdezernent Christian Specht (CDU), ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen in Mannheim in Betracht zu ziehen.

Die Kreisvorsitzende Zarife Türk sagt dazu: „Das diese Gedankenspiele durch eine entsprechende Regelung im Koalitionsvertrag zwischen grün-schwarz wieder aufleben können, zeigt die inkonsequente Haltung sowie das wahre Gesicht der Grünen.“ Mit einer sozialdemokratischen Regierungsbeteiligung wäre so etwas niemals möglich gewesen, ist sie sich sicher. Schon in der alten Landesregierung hätte sich die SPD gegen entsprechende Pläne der Grünen gestemmt und sich an den eigenen Parteitagsbeschluss vom 16.10.2010 gehalten. Türk zitiert: „Wir lehnen Alkoholverbote im öffentlichen Raum und zeitlich begrenzte Aufenthaltsverbote in der Öffentlichkeit ab.“

Für den stellvertretenden Kreisvorsitzenden Jacob Waiß ist klar: „Ziel eines Alkoholverbots auf bestimmten Plätzen ist es, eine Trinkerszene zu verschieben, nach dem Motto Aus den Augen, aus dem Sinn.“ Denn das Problem sei nicht damit gelöst, wenn diesen Menschen der Alkoholkonsum an einem öffentlichen Platz verboten würde und sie in Folge dessen an den Stadtrand oder in die nächste Seitenstraße verdrängt werden.

Waiß dazu: „Ein großer Teil der Menschen, die sich in sogenannten Trinkerszenen aufhalten, sind alkohol- und drogenabhängig, arbeitslos und haben selten eine Perspektive. Unsere Aufgabe muss sein, diesen Menschen zu helfen. Wir müssen mit ihnen reden, uns ihren Problemen annehmen und ihnen eine Perspektive bieten – sowohl menschlich als auch wirtschaftlich.“

Die Juso-Kreisvorsitzende ergänzt: „Es ist ein schwieriger Weg, doch er ist nachhaltiger als der Weg der reinen Verbotspolitik. Dort wo Probleme einfach bei Seite geschoben werden, werden Probleme nicht gelöst, sondern vergrößert.“ Zudem gibt Türk zu bedenken: „Durch die Verbotsdebatte werden junge Menschen pauschal verunglimpft und kriminalisiert. Während Vereins- und Straßenfeste, die durch die Forderung des Dezernenten ebenfalls infrage stehen, des Öfteren in Trinkgelagen enden, soll in der Universitätsstadt Mannheim die junge Generation ins Visier der Behörden geraten, wenn auf dem Weg zur Kneipe oder entspannt auf der Neckarwiese ein Bier getrunken wird.“

 

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